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Bürgerpreis der Stiftung MRN

Bürgerpreis der Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar

Die Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) würdigt mit dem Bürgerpreis seit 2008 alle zwei Jahre neu entwickelte Ideen, die das bürgerschaftliche Engagement fördern, gesellschaftliche Herausforderungen in der Region gemeinschaftlich angehen und die Zukunft der Region gemeinnützig und partnerschaftlich gestalten.

Der Bürgerpreis wird vergeben für die ehrenamtliche Umsetzung neu entwickelter Projektideen, die 

  • das Miteinander in der Region stärken und fördern.
  • die Zusammenarbeit in der Region initiieren.
  • Wissen und Erfahrungen in der Region sammeln und gemeinsam regionale Herausforderungen angehen.

Preisträger aus dem Jahr 2012

  • Die Preisträger in der Kategorie „Junioren"

    Der Verein "ROCK YOUR LIFE!" Heidelberg wurde im Jahr 2011 von Studierenden der dortigen Universität gegründet. Die Initiative hat zum Ziel, jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken. Dabei werden Bildung und Berufsorientierung als wichtigste Schlüssel zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe gesehen. Dementsprechend sollen junge Hauptschüler ab Klasse 8 systematisch von ehrenamtlichen Coaches begleitet werden, die individuelle Stärken aufzeigen und fördern, bei der Berufswahl beraten sowie Kontakte zu Unternehmen herstellen. Das Coaching wird ausschließlich von Studierenden übernommen, wodurch leichter ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Nach einem Testlauf soll mit dem Schüler-Coaching zum Schuljahr 2012/13 zunächst an zwei Schulen in Heidelberg gestartet werden.

     

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  • Die Preisträger in der Kategorie „Starter"

     

    Das Projektteam "Heart Racer Rhein-Neckar" besteht aus der Heidelberger Triathletin Katja Schumacher und sechs weiteren Sportlern. Ziel des Zusammenschlusses von Sportlern aus der Region ist es, benachteiligte Kinder zu unterstützen. Dem gemeinsamen Engagement liegt die Überzeugung zugrunde, dass Sport und Bewegung Menschen motiviert und glücklich macht. Insbesondere Kinder mit Behinderung sind jedoch häufig ausgeschlossen. Die Heart Racer wollen durch Patenschaften unterstützen und bei der Finanzierung z.B. von Renn-Rollstühlen oder Sprungprothesen helfen. Bei Spendenläufen soll Geld gesam-melt werden, welches behinderten und benachteiligten Kindern ermöglicht, Sport zu treiben und selbst an Wettkämpfen teilzunehmen. Auch hierbei werden sie vom Heart Racer-Team unterstützt.

     

    Die Projektidee „MEMORiKKS" wurde von der Gruppe „Jedermann - die MitmachKunst" eingereicht, deren Mitglieder sich zum Teil schon seit über 20 Jahren für das Miteinander der Menschen im Mannheimer Stadtteil Jungbusch einsetzen. Die bislang von der Projektgruppe ins Leben gerufenen Aktionen haben zum Ziel, den Dialog und das gegenseitige Verständnis als wichtigste Voraussetzung für den respektvollen Umgang der Bewohner untereinander zu stärken. Bei „MEMORiKKS" handelt es sich um ein Quiz, das spielerisch 32 Kulturstätten und Baudenkmäler der Stadt Mannheim erklärt. Die 20x20 Zentimeter großen Holztafeln wurden von den Bewohnern des Stadtteils und Besuchern des Stadtteilfestes gestaltet. Nun sollen die Kunstwerke zusammen mit erklärenden Tafeln in der Dalbergstraße aufgestellt werden. Das Spiel kann künftig auch an weiteren Orten präsentiert und auf weitere Themen und Orte ausgeweitet werden.

     

    Sabine Patterson ist die Initiatorin des Projekts „Tier-Notengel Metropolregion", das zunächst mit zwei Mitstreitern gestartet und durchgeführt wird. Geplant ist die Gründung eines Netzwerks, das Haustiere von Menschen versorgt, die vorübergehend ins Krankenhaus müssen und keinerlei Hilfe bei der Betreuung ihrer Tiere haben. Es soll ihnen die Sorge um ihr Haustier genommen werden, damit sie sich voll auf die Gesundung konzentrieren können. Das Projektteam will zum einen tierliebe und soziale Menschen finden (55+ sowie Schüler/Studierende), die zeitweise die Pflege der Tiere übernehmen können. Zum anderen soll der Kontakt zu Sozialstationen, Tierheimen und anderen bestehenden Initiativen aufgenommen werden, um über das neue Angebot zu informieren.

     

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  • Die Preisträger in der Kategorie „Profis"

    Ein Viererteam hat die Initiative „Streuobstwiesenretter" im Kreis Bergstraße ins Leben gerufen. Das Projekt „Saft aus herrenlosem Obst" verbindet Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltbildung. Schulen und Kindergärten sollen dabei helfen, „herrenloses Obst" zu sammeln, das dann in zwei lokalen Keltereien zu Saft weiterverarbeitet wird. Die Freiwilligen erhalten als Dank eine Saftspende. Darüber hinaus werden Flaschen oder Saftboxen mit selbstgestalteten Etiketten versehen und verkauft. Der Erlös fließt wiederum in die Streuobstwiesen-Projektarbeit, z.B. einen naturkundlichen Lehrpfad. Durch das Projekt werden Bewusstsein und Wertschätzung der Menschen für Streuobstwiesen und die heimische Biodiversität gesteigert.

     

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Preisträger aus dem Jahr 2010

  • Junioren: „Alte Lieder – Jung entdeckt“

    Im Mehrgenerationen-Projekt „Alte Lieder – Jung entdeckt“ haben sich 10 Jugendliche der Singschule der Peterskirche Weinheim dem Erhalt regionalen Liedguts verschrieben. Ursprünglicher Ideengeber war der Frauenkreis der Kirchengemeinde. Dessen Mitglieder, der Großteil hat das stolze Alter von 80 Jahren überschritten, hegten den Wunsch, die Texte und Noten zu den gemeinsam gesungenen, mündlich überbrachten Volks- und Heimatliedern schriftlich für die Nachwelt festzuhalten. Da einige Sängerinnen und Sänger des Jugendchors „vivida bandida“ bereits selbst kleinere Kompositionen geschrieben hatten, wurde die Anfrage an die 12- bis 15-Jährigen weitergegeben. Mit Unterstützung der Bezirkskantorin Anne-Christine Langenbach konnten bereits erste Lieder in Noten umgesetzt werden. Nun sollen weitere Seniorengruppen in der Region dazu beitragen, den bestehenden Fundus zu erweitern. Alle Lieder werden gesammelt, gegebenenfalls neu arrangiert und dokumentiert. Am Ende des Projekts stehen nicht nur Konzerte, bei denen das archivierte Liedgut zum Besten gegeben wird, sondern auch ein gedrucktes Liederbuch sowie eine Chor-CD.

  • Junioren: „JuMbO – gemeinsam schaffen wir’s“

    Die beiden Köpfe hinter dem Projekt „JuMbO – gemeinsam schaffen wir’s“ sind die Landauer Schülerin Marie Feiz-Marzoughi und die Sozialpädagogik-Studentin Carolin Metz aus Rohrbach. Beide engagieren sich seit 2008 beim Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes Landau. Die „Nummer gegen Kummer“ bietet Heranwachsenden die kostenfreie Möglichkeit, offen und anonym mit geschulten Beratern über kleine und große Probleme zu sprechen. Aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit heraus entwickelten die beiden die Idee, Gleichaltrigen nicht nur am Telefon ein offenes Ohr zu schenken, sondern auch in Jugendtreffs. Für dieses Ehrenamt wollen die Preisträgerinnen nun weitere Freiwillige im Alter zwischen 18 und 25 Jahren gewinnen. Im Rahmen von „Junge Menschen beraten vor Ort“ erhalten diese eine 80-stündige Ausbildung, die sie dazu befähigt, jeweils in 2er-Teams eine Erstberatung für die Jugendlichen anzubieten. Eine Diplom-Psychologin begleitet den Prozess. Starten wird das Projekt zunächst in Landau und dem Kreis Südliche Weinstraße. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Ausweitung auf die ganze Region möglich.

  • Profis: "Fair Trade Metropolregion Rhein-Neckar"

    Mit ihrem Projekt „Fair Trade Metropolregion Rhein-Neckar“ möchten die beiden Weltläden Viernheim und Heppenheim den fairen Handel fest im öffentlichen Leben der ganzen Metropolregion Rhein-Neckar verankern. Ob im Rathaus, in der Kantine, im Weltladen, im Café, im Sportverein oder im Lebensmitteleinzel-handel – jeder kann mit zum Teil sehr einfachen Maßnahmen ein Zeichen gegen die Armut in Afrika, Asien und Südamerika sowie für eine gerechtere Gestaltung des Welthandels setzen. Durch Netzwerkarbeit und gegenseitige Unterstützung sollen möglichst viele Städte und Gemeinden für die Kampagne „Fair Trade Towns“ gewonnen werden. Mit weiteren Aktionen, wie z. B. Fair Trade-Tagen, wird das Leitmotiv der Initiative „Hier für dort Verantwortung übernehmen“ zudem in die ganze Region getragen. Die Idee für die gemeinsame Bewerbung entstand im Mai 2010 bei einem Treffen der Trägervereine der beiden Weltläden. Kurz zuvor wurde Viernheim als erste und bisher einzige „Fair Trade Stadt“ in der Metropolregion Rhein-Neckar ausgezeichnet.

  • Profis: "Social Meets Culture-Workshops"

    Als Bindeglied zwischen kulturellen Projekten und sozialen Einrichtungen beschreibt sich der 2006 gegründete Verein Social Meets Culture aus Mannheim. Mit seinem jetzt prämierten Projekt „Social Meets Culture-Workshops“ möchte er Kinder und Jugendliche, insbesondere aus sozial schwachen Familien, mit Künstlern zusammenbringen. Mittel zum Zweck sind Workshops, z. B. in den Bereichen Tanz, Theater oder Musik. Dabei können die Teilnehmer unter professioneller Anleitung ihre künstlerischen Begabungen entdecken und weiterentwickeln. Zudem wird die soziale und kulturelle Kompetenz der Heranwachsenden gestärkt. Kreative, die sich gerne ehrenamtlich engagieren würden, aber nicht wissen wo und wie, erhalten hier eine Plattform. In den kommenden Monaten wird ein Workshop-Katalog mit allen Angeboten entstehen, der dann den sozialen Einrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

Preisträger aus dem Jahr 2008

  • Dokumentation musealer Bestände in der Metropolregion Rhein-Neckar

    Die Gruppe von 11 kulturinteressierten Personen aus Mannheim, Frankenthal und der Bergstraße treffen sich einmal pro Woche um die Bestände von Museen zu dokumentieren. Die Gruppe bietet sogar Studierenden der umliegenden Universitäten die Möglichkeit, ein studienbegleitendes Praktikum zu absolvieren. Das Praktikum vermittelt den Umgang mit musealen Objekten, die fotografische Erfassung und die Verarbeitung der gewonnenen Daten in eine Datenbank. Zu dem ehrenamtlichen Stamm von 11 Personen haben sich jetzt auch die ersten Praktikanten der Universität Heidelberg eingefunden. Jung und Alt engagieren sich gemeinsam und lernen voneinander.

     

    Nach einer Versuchsphase, in der museale Objekte in der Völkerkunde-Abteilung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und im Erkenbert-Museum in Frankenthal dokumentiert wurden, entstand die Idee auch anderen Museen der Metropolregion Rhein-Neckar diese ehrenamtliche Dienstleistung anzubieten.

     

    Auch den kleineren Museen in der Region soll die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Bestände nach dem modernsten Stand der Technik erfassen zu lassen und somit der Öffentlichkeit (auch über das Internet) zugänglich zu machen. Die Digitalisierung ermöglicht nicht nur den Fachleuten jederzeit auf die Bestände verbal und bildlich zuzugreifen, auch alle interessierten Bürger haben dann die Möglichkeit, die digital erfassten Objekte zu sehen und Informationen dazu zu erhalten (wissenschaftliche Bearbeitung, Ausleihe, Bewertung usw.). Das Projekt macht die kulturellen Wurzeln der Region sichtbar und erhält diese.

  • Alle Kinder sind schlau

    Der Kindergartenlabor e.V. existiert seit 2005. Der Verein ist in Kindergärten, Grundschulen und an sozialen Brennpunkten aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, auch Kinder aus bildungsfernen Schichten an Bildung und Naturwissenschaft heran zuführen. Zielgruppe des Vereins sind Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren. Aber auch deren ältere Geschwister, Eltern und Pädagogen werden mit eingebunden.

     

    Das Kindergartenlabor geht an soziale Brennpunkte der Region, in denen es soziale Probleme, bildungsfernes Milieu und einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Unter dem Motto „Alle Kinder sind schlau“ wird durch Experimentieren das Interesse an Naturwissenschaften geweckt, Sprachbildung und soziale Kompetenz gefördert. Ein erster Testlauf ist erfolgreich im Mannheimer Jungbusch umgesetzt worden. Kinder spielen dort in der Regel auf der Straße und haben oft sprachliche Defizite. Sie erhalten in ihrem Alltagsmittelpunkt, in ihrem sozialen Umfeld ein Bildungsangebot, das sie sonst nicht erreichen würde. Auch ihren Eltern wird so die Wichtigkeit von Sprache und Bildung nahe gebracht.

     

    Nun sollen auch an anderen Orten in der Region kleine Laborstraßen aufgebaut und mit den Kindern einfache, aber anschauliche naturwissenschaftliche Experimente durchführt werden (z. B. Raketen bauen mit Backpulver und Essigantrieb).

     

    Die Figur des Clowns sorgt für den schnellen Zugang zu den Kindern. Die Kinder können die spannenden Experimente selbst durchführen und mit anderen Kindern Kontakte knüpfen. Über die Kinder wird der Kontakt zu den Eltern und älteren Geschwistern, die ansonsten nur schwer zu erreichen sind, hergestellt.

Die Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar realisierte die Bürgerpreisverleihung gemeinsam mit:

Kontakt

Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar
Carmen Daramus
Carmen Daramus
  • Bürger- und Innovationspreis
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