wir-schaffen-was

Bürgerpreis der Stiftung MRN 2010

Am 30. September 2010 wurde im Mannheimer Rosengarten zum zweiten Mal der Bürgerpreis der Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar verliehen. Über je 10.000 Euro konnten sich in der Kategorie „Profis“ die beiden Projekte „Fair Trade Metropolregion Rhein-Neckar“ (Viernheim) und „Social Meets Culture-Workshops“ (Mannheim) freuen. In der Kategorie „Junioren“, in der ebenfalls zwei Preise in Höhe von je 10.000 Euro vergeben wurden, überzeugten die beiden Projekte „Alte Lieder – Jung entdeckt“ (Weinheim) und „JuMbO – gemeinsam schaffen wir’s“ (Rohrbach, Kreis Südliche Weinstraße).

Für große Freude bei den beiden anderen Projekten, die in der Kategorie „Junioren“ nominiert waren, sorgten zum Abschluss des Festakts die Stiftungsräte Dr. h.c. Manfred Lautenschläger und Dr. Manfred Fuchs. Ganz spontan spendierten sie für „Gemeinsam sind wir stark – Kooperation Haus Miteinander und Peter-Petersen-Gymnasium“ (Mannheim) und „Ethik Kodex an der Universität Mannheim“ aus eigener Tasche Sonderpreise in Höhe von je 2.500 Euro. Ebenso spontan wie die beiden Stiftungsräte entschied sich das Uni-Team um den BWL-Studenten Philipp Wagner dazu, den Sonderpreis mit dem in der Kategorie „Profis“ nominierten Projekt „Ersatzgroßeltern“ (Lingenfeld, Kreis Germersheim) zu teilen.

Verleihung des Bürgerpreises beschließt Ehrenamtswoche

Die Verleihung des Bürgerpreises bildete den krönenden Abschluss der beiden Aktionen, mit denen sich die MRN unter dem Motto „wir-schaffen-was“ nach 2008 erneut an der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements beteiligte.

Bereits am 18. September 2010 gingen beim zweiten Freiwilligentag in rund 60 Städten und Gemeinden knapp 5.000 Menschen in über 250 Projekten gemeinsam ans Werk. Von dieser eindrucksvollen Schaffenskraft konnten sich auch die 550 Gäste der Bürgerpreisverleihung überzeugen. Eine Fotoausstellung mit Impressionen des Freiwilligentages stimmte im Foyer des Mozartsaals auf den Abend ein.

Die Preisträger

  • Junioren: „Alte Lieder – Jung entdeckt“

    Im Mehrgenerationen-Projekt „Alte Lieder – Jung entdeckt“ haben sich 10 Jugendliche der Singschule der Peterskirche Weinheim dem Erhalt regionalen Liedguts verschrieben. Ursprünglicher Ideengeber war der Frauenkreis der Kirchengemeinde. Dessen Mitglieder, der Großteil hat das stolze Alter von 80 Jahren überschritten, hegten den Wunsch, die Texte und Noten zu den gemeinsam gesungenen, mündlich überbrachten Volks- und Heimatliedern schriftlich für die Nachwelt festzuhalten. Da einige Sängerinnen und Sänger des Jugendchors „vivida bandida“ bereits selbst kleinere Kompositionen geschrieben hatten, wurde die Anfrage an die 12- bis 15-Jährigen weitergegeben. Mit Unterstützung der Bezirkskantorin Anne-Christine Langenbach konnten bereits erste Lieder in Noten umgesetzt werden. Nun sollen weitere Seniorengruppen in der Region dazu beitragen, den bestehenden Fundus zu erweitern. Alle Lieder werden gesammelt, gegebenenfalls neu arrangiert und dokumentiert. Am Ende des Projekts stehen nicht nur Konzerte, bei denen das archivierte Liedgut zum Besten gegeben wird, sondern auch ein gedrucktes Liederbuch sowie eine Chor-CD.

  • Junioren: „JuMbO – gemeinsam schaffen wir’s“

    Die beiden Köpfe hinter dem Projekt „JuMbO – gemeinsam schaffen wir’s“ sind die Landauer Schülerin Marie Feiz-Marzoughi und die Sozialpädagogik-Studentin Carolin Metz aus Rohrbach. Beide engagieren sich seit 2008 beim Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes Landau. Die „Nummer gegen Kummer“ bietet Heranwachsenden die kostenfreie Möglichkeit, offen und anonym mit geschulten Beratern über kleine und große Probleme zu sprechen. Aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit heraus entwickelten die beiden die Idee, Gleichaltrigen nicht nur am Telefon ein offenes Ohr zu schenken, sondern auch in Jugendtreffs. Für dieses Ehrenamt wollen die Preisträgerinnen nun weitere Freiwillige im Alter zwischen 18 und 25 Jahren gewinnen. Im Rahmen von „Junge Menschen beraten vor Ort“ erhalten diese eine 80-stündige Ausbildung, die sie dazu befähigt, jeweils in 2er-Teams eine Erstberatung für die Jugendlichen anzubieten. Eine Diplom-Psychologin begleitet den Prozess. Starten wird das Projekt zunächst in Landau und dem Kreis Südliche Weinstraße. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Ausweitung auf die ganze Region möglich.

  • Profis: "Fair Trade Metropolregion Rhein-Neckar"

    Mit ihrem Projekt „Fair Trade Metropolregion Rhein-Neckar“ möchten die beiden Weltläden Viernheim und Heppenheim den fairen Handel fest im öffentlichen Leben der ganzen Metropolregion Rhein-Neckar verankern. Ob im Rathaus, in der Kantine, im Weltladen, im Café, im Sportverein oder im Lebensmitteleinzel-handel – jeder kann mit zum Teil sehr einfachen Maßnahmen ein Zeichen gegen die Armut in Afrika, Asien und Südamerika sowie für eine gerechtere Gestaltung des Welthandels setzen. Durch Netzwerkarbeit und gegenseitige Unterstützung sollen möglichst viele Städte und Gemeinden für die Kampagne „Fair Trade Towns“ gewonnen werden. Mit weiteren Aktionen, wie z. B. Fair Trade-Tagen, wird das Leitmotiv der Initiative „Hier für dort Verantwortung übernehmen“ zudem in die ganze Region getragen. Die Idee für die gemeinsame Bewerbung entstand im Mai 2010 bei einem Treffen der Trägervereine der beiden Weltläden. Kurz zuvor wurde Viernheim als erste und bisher einzige „Fair Trade Stadt“ in der Metropolregion Rhein-Neckar ausgezeichnet.

  • Profis: "Social Meets Culture-Workshops"

    Als Bindeglied zwischen kulturellen Projekten und sozialen Einrichtungen beschreibt sich der 2006 gegründete Verein Social Meets Culture aus Mannheim. Mit seinem jetzt prämierten Projekt „Social Meets Culture-Workshops“ möchte er Kinder und Jugendliche, insbesondere aus sozial schwachen Familien, mit Künstlern zusammenbringen. Mittel zum Zweck sind Workshops, z. B. in den Bereichen Tanz, Theater oder Musik. Dabei können die Teilnehmer unter professioneller Anleitung ihre künstlerischen Begabungen entdecken und weiterentwickeln. Zudem wird die soziale und kulturelle Kompetenz der Heranwachsenden gestärkt. Kreative, die sich gerne ehrenamtlich engagieren würden, aber nicht wissen wo und wie, erhalten hier eine Plattform. In den kommenden Monaten wird ein Workshop-Katalog mit allen Angeboten entstehen, der dann den sozialen Einrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

Die Nominierten in der Kategorie Junioren:


Die Nominierten in der Kategorie Profis:


Kontakt

Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar
Carmen Daramus
Carmen Daramus
  • Bürger- und Innovationspreis
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